Fünf ­bekannte Gesichter und ein Neuling stehen an der Spitze der Fraktionen des neuen Kreis­tages. Bei den Fachausschüssen gab es kleine Änderungen. Der Schulumzug im Schwarzatal wurde mit Eilentscheid gesichert.

Rudolstadt/Saalfeld. Bei der CDU gibt ein Saalfelder Trio den Ton an. Der Kreisvorsitzende der Union, ­Jochen Tscharnke, fungiert erneut auch als Fraktionschef, zu seinen Stellvertretern wurden Andreas Krauße und Steffen ­Kania gewählt.

In der neunköpfigen Linken-Fraktion entschied man sich für den erfahrenen Andreas Grünschneder und gegen Franziska Kölbl. Der Piesauer führt erneut die Fraktion, die Spitzenkandidatin bei der Kreistagswahl darf ihn vertreten. Ebenfalls zum Stellvertreter gewählt wurde mit Kreistags-Rückkehrer Hubert Krawczyk ein weiterer Rudolstädter.

n der Fraktion SPD/Grüne hält Petra Rottschalk die Fäden in der Hand. Ihr Stellvertreter ist Frank Bock aus Mötzelbach, einer von zwei Bündnisgrünen in der Fraktion.

Jörg Reichl, Bürger für den Landkreis Foto: Roberto Burian Jörg Reichl, Bürger für den Landkreis Foto: Roberto Burian

Die sechs Bürger für den Landkreis Saalfeld-Rudolstadt (BfL) werden von zwei Bürgermeistern angeführt. Jörg Reichl ist Fraktionsvorsitzender, ­Volker Stein sein Stellvertreter.

Marian Koppe, FDP/Bürgerinitiativen Foto: Klaus Moritz Marian Koppe, FDP/Bürgerinitiativen Foto: Klaus Moritz

Die vierköpfige Fraktionsgemeinschaft aus FDP und Bürgerinitiativen (BI) gegen überhöhte Kommunalabgaben wählte den Königseer Marian Koppe zum Vorsitzenden und Claus Möller aus Meuselbach-Schwarzmühle zu dessen Stellvertreter.

Patrick Trautsch, NPD. Foto: Klaus Moritz Patrick Trautsch, NPD. Foto: Klaus Moritz

Einziger Neuling in der Runde der Fraktionschefs ist Patrick Trautsch. Der NPD-Kreisvorsitzende aus Unterwellenborn wird in der dreiköpfigen Fraktion durch Mandy Meinhardt aus Lositz vertreten.

Die Personalien waren vom neuen Kreistagsvorsitzenden Oliver Weder (SPD/Grüne) als eine seiner ersten Amtshandlungen bekannt gegeben worden. Zuvor hatte er sich bei den Volksvertretern für das starke Votum bedankt, das ihn "ein bisschen sprachlos" gemacht ­habe. Weder wertete dies als gutes Zeichen für eine fraktionsübergreifende Zusammenarbeit, bat um einen Ideenwettstreit auf sachlicher Ebene und kündigte an, Polemik jeder Art künftig "mit dem scharfen Schwert der Geschäftsordnung" zurückweisen zu wollen. "Ich bitte um eine faire Zusammenarbeit, damit die Bürger des Landkreises stolz sein können auf ihr Parlament", so der Musikdirektor.

Im Tagesordnungspunkt Informationen des Landrates ging es vornehmlich um eine Eilentscheidung in Sachen Bildungszentrum Sitzendorf. Damit der Fertigstellungstermin für die größte Landkreisinvestition der vergangenen Jahre gesichert ist, löste Hartmut Holzhey (parteilos) auch ohne Parlaments­beschluss einen Auftrag über rund 64 000 Euro aus, wonach ein Nebengebäude für Umkleideräume, Sport- und Spielgeräte umgebaut werden kann. In den Sommerferien soll die Grundschule von Unterweißbach nach Sitzendorf umziehen.

Mit der Geschäftsordnung wurden auch die Fachausschüsse leicht verändert. Beschließende Ausschüsse, die öffentlich ­tagen, sind künftig der Kreisausschuss, der Ausschuss für Bau und Vergabe, der Ausschuss für Kultur und Bildung, der Jugendhilfeausschuss sowie der Ausschuss für Haushalt, Finanzen und Rechnungsprüfung, in dem zwei bisher getrennte Gremien zusammengehen.

Lediglich vorberatenden Charakter haben der Ausschuss für Wirtschaft, Verkehr, Kreis­entwicklung, Umwelt und ­Tourismus sowie der Ausschuss für Soziales und Gesundheit.

Insgesamt sechs Änderungsanträge zur Geschäftsordnung, die durch Werner Thomas (CDU) und Hubert Krawczyk (Linke) gestellt wurden, wurden mit großer Mehrheit zur weiteren Beratung in den Kreisausschuss verwiesen.


23.06.2014 OTZ