liberaler Stammtisch

"Mündige Bürger sind mehr denn je gefragt. Bürger die bei Ordnungswidrigkeiten und Verstößen nicht weg-, sondern hinsehen", so Saalfelds Ordnungsamtsleiter Hartmut Thomas gestern beim Sonntagsstammtisch der FDP-Ortsgruppe im Pappenheimer. Die Liberalen hatten ihn eingeladen, um sich einmal näher über die Aufgaben und Probleme des Ordnungsamtes informieren zu lassen.
Thomas beklagte im Hinblick auf Ordnungswidrigkeiten und Verstöße einen zunehmenden Normen- und Werteverfall. Verstöße könnten nur geahndet werden, wenn die Sünder in flagranti ertappt würden. Dies sei mit dreieinhalb Mitarbeitern im Außendienst/Parkraumüberwachung kaum möglich. Andererseits erteilte er permanenter Überwachung eine Absage, appellierte statt dessen an die Mitverantwortung der Bürger für Ordnung und Sauberkeit. Es werde dafür viel getan, zunehmend mehr Geld dafür ausgegeben. Man könne trotzdem nicht zufrieden sein. Trotzdem stehe Saalfeld im Vergleich zu vergleichbaren Städten nicht schlecht da.
Nachgefragt wurde zur Sauberkeit im allgemeinen und Verschmutzung durch Hundekot im besonderen. Die Parkraumsituation war Thema. Sie sei attraktiver geworden mit dem Schulplatz, so Joachim Heinecke. Das innerstädtische Parkregime bewähre sich, so Thomas. Erneut erteilte er auch im Interesse der Touristen dem Parken auf dem Marktplatz eine Absage. Über seine Verantwortung hinaus beantwortete Thomas Fragen zur Situation der Stadtstraßen. Dabei kam das Gespräch alsbald auf infrastrukturelle Probleme sowie die Stadt Saalfeld und das Städtedreieck als Wirtschaftsstandort und dessen Autobahnanbindung. Thomas sprach betreffs Saalfeld angesichts fehlender Gelder und Fördermittel von einem "Wahnsinns-Reparaturstau". Hier sieht er künftig Vorrang für diesen Standortfaktor.
Dies sei ihnen nicht bewusst gewesen, so Anwesende, zu Thomas, der eingangs die Struktur des Ordnungsamtes mit den Bereichen Gewerbeamt, Feuerwehr, Öffentliche Sicherheit/Ordnung mit Straßenverkehrsbehörde und Außendienst/Parkraumüberwachung beschrieben hatte.

OTZ vom 19.04.2004 / Lokalteil

20.04.2004 OTZ Redakteur Christoph Stieler