Viel Pro und kein Contra bei Gesprächsrunde im Meininger Hof Von OTZ-Redakteur Thomas Spanier Saalfeld. Eine ganze Reihe guter Gründe, die für eine Fusion im Städtedreieck sprechen, wurden bei einem Forum am Donnerstagabend im Meininger Hof in Saalfeld zusammengetragen, zu dem der "Saalfelder Denkanstoß" und verschiedene Wirtschaftsverbände eingeladen hatten.

Zur illustren Runde der Gäste gehörten die Bürgermeister der drei Städte sowie aus umliegenden Gemeinden, Vertreter von Parteien und Verwaltungen, Stadträte und Kreistagsmitglieder, LEG-Geschäftsführer Frank Krätzschmar und eine ganze Reihe von Unternehmern. Landrätin Marion Philipp (SPD) hatte sich ebenso entschuldigt wie Sparkassenchef und Thüringen-Kliniken-Geschäftsführer, die aber allesamt Interesse an der Thematik signalisiert hätten, wie Hartmut Holzhey vom "Denkanstoß" eingangs sagte.

Holzhey gab sich als Befürworter eines Zusammenschlusses von Saalfeld mit dem "proletarisch geprägten" Raum Unterwellenborn/Kamsdorf zu erkennen, dem sich eine Fusion der Städte anschließen könnte. Vorteile sieht er u.a. in der "Beseitigung des zweifelhaften Wettbewerbs um Gewerbe und Einwohner", einer Bündelung der Kräfte und einer breiten Risikostreuung bei den Steuereinnahmen.

Während Annette Köhler vom Wirtschaftsrat der CDU den "Speckgürtel um das Städtedreieck" eingemeindet sehen möchte und von einer gemeinsamen Stadt einen "Leuchtturmeffekt" erhofft, stellte Saalfelds Bürgermeister Richard Beetz (CDU) die finanziellen Sorgen der Kommunen und den Rückgang der Einwohnerzahlen in den Mittelpunkt.

Bad Blankenburgs Stadtoberhaupt Michael Pabst (CDU) gab zu erkennen, dass man seit langem über das Thema rede und jetzt die Zeit reif sei, über einen Zusammenschluss zu sprechen. Sein Rudolstädter Amtskollege Dr. Hartmut Franz (Freie Wähler) fügte an, er sei "um Gottes willen nicht gegen die Fusion", man müsse aber das Für und Wider abwägen.

Krätzschmar rechnete vor, dass Leinefelde und Worbis als jüngstes Fusionsbeispiel jährlich 1,3 Millionen Euro mehr im Stadtsäckel hätten. Alle Redner betonten, man müsse die Bürger auf diesem Weg mitnehmen.

Holzhey regte abschließend an, das Thema auf die Tagesordnung der jeweils nächsten Stadtratssitzungen zu setzen.

25.02.2005

26.02.2005 Andreas Johne