Aktuelle Presseartikel
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OTZ vom 23.08.2006
FDP vermutet Salamitaktik bei Theaterplänen im Land

Liberale im Kreis fordern Kulturraumgesetz
Rudolstadt (OTZ). Eine "Salamitaktik"- also den scheibchenweisen Abbau von Kultur, bis nichts mehr da ist - vermutet der FDP-Kreisvorsitzende Volker Weber hinter den Sparplänen des Landes in Sachen Theaterförderung.
Es sei auffällig, dass seit Jahren die Häuser in Eisenach, Nordhausen und Rudolstadt stärker bluten müssten als andere, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der FDP-Kreisvorstände Eisenach und Saalfeld-Rudolstadt.
Gefordert wird eine neue Konzeption für die Erhaltung der Thüringer Theaterlandschaft, in Verbindung mit einer Verwaltungsstruktur- und Gebietsreform. Ein möglicher Ansatz sei ein Kulturraumgesetz, wie es in Sachsen eingeführt wurde.

TA vom 18.08.2006
Von Sven-Uwe VÖLKER EISENACH.

Mit einer gemeinsamen Erklärung haben sich die Kreisvorstände der FDP von Eisenach und Saalfeld-Rudolstadt gestern zum Erhalt der Thüringer Theater gemeldet. Einen Ausweg aus der Misere sehen die Liberalen in einem Kulturraumgesetz nach sächsischem Vorbild.
Eine unkoordinierte weitere Kürzung der Mittel für die Theater dürfe nicht stattfinden, so die FDP-Vorsitzenden Heike Bahn-Schulz aus Eisenach und Volker Weber aus Saalfeld-Rudolstadt. Deshalb schlössen sich die Liberalen dem energischen Protest von Bürgern, Vereinen, Verbänden und kommunalen Parlamenten an. Die beiden Kreisverbände kündigten an, zum Landesparteitag im Oktober entsprechende Anträge einzureichen. Grundlage solle das Kulturraumgesetz sein, wie es in Sachsen eingeführt worden ist. Es verteilt die finanziellen Lasten für Theater nicht nur auf jene Städte und Landkreise, in denen sie sich befinden, sondern bezieht benachbarte, theaterlose Kreise mit ein. Allerdings stellt sich die FDP das Gesetz in modifizierter Form vor, denn man müsse es den Thüringer Gegebenheiten anpassen. Ein Kulturraumgesetz, vernünftig gestrickt, ohne ein Bürokratiemonster zu sein, solle Kulturaufgaben haushaltsrechtlich den gleichen Rang einräumen wie anderen Bereichen. Das entbinde die Landesregierung nicht von der Verantwortung, Einsparungspotentiale in allen Bereichen zu prüfen. Aber wenn man dieses Sommertheater verfolgt, erst ran an die Gäule, dann in schnellem Galopp und mit einem Salto rückwärts, sei dies nicht mehr nachzuvollziehen, kritisiert die FDP. Eines werde deutlich: Landeskürzungen träfen stets dieselben Bühnen: Nordhausen, Eisenach und Saalfeld-Rudolstadt. Für Eisenach bedeutete dies, erst Streichung des Schauspiels, dann Ballett, dann der Chor, was denn noch?


TLZ vom 18.08.2006
Immer schön scheibchenweise -
FDP-Kreisverbände Eisenach und Saalfeld-Rudolstadt als Theaterverbündete


Eisenach. (ep) Eine weitere unkoordinierte Kürzung der Mittel für die Landestheater darf nicht zugelassen werden. Das ist die Quintessenz eines gemeinsamen Schreibens der FDP-Kreisvorstände Eisenach und Saalfeld-Rudolstadt. In der von Heike Bahn- Schulz (Eisenach) und Volker Weber (Saalfeld-Rudolstadt) unterzeichneten Mitteilung heißt es, dass die Kreisverbände auf dem FDP- Landesparteitag im Oktober entsprechende Anträge einreichen wollen. Grundlage solle das Kulturraumgesetz sein, wie es in Sachsen eingeführt worden ist - allerdings in modifizierter Form, den Thüringer Gegebenheiten anpasst. Ein Kulturraumgesetz, vernünftig gestrickt, ohne ein Bürokratiemonster, wird als Landes- und kommunale Pflichtaufgabe festgeschrieben. Dies bedeutet, kulturelle Aufgaben genießen haushaltsrechtlich den gleichen Rang wie andere Bereiche, meinen die Liberalen. Das entbinde die Landesregierung jedoch nicht von ihrer Verantwortung, in ökonomischer Hinsicht und aufgrund der Haushaltslage Einsparpotentiale in allen Bereichen einer kritischen und sachorientierten Prüfung zu unterziehen. Einsparungspotentiale findet man mit kontinuierlicher Regelmäßigkeit immer wieder in der Thüringer Kulturlandschaft, immer bei den Theatern und immer wieder dort wo keine Lobbyistenarbeit notwendig wird, heißt es in der Mitteilung. Die Kürzung der Landeskulturförderung treffe immer wieder die gleichen Theater: Nordhausen, Eisenach und Saalfeld-Rudolstadt.
Für Eisenach bedeutete dies, erst Streichung des Schauspiels, dann Ballett, dann der Chor, was denn noch? Oper oder Musical auch noch ohne Orchester, vielleicht auch keine Solisten mehr? Auch im Theater Rudolstadt müsse angesichts der erneuten Kürzung von diesmal rund 50 Prozent der Landeskulturfördermittel die Frage gestellt werden, in welchem Umfang und in welcher Qualität ein Spielbetrieb noch möglich ist. Diese Ambitionen seien mit Salamitaktik vergleichbar: Immer schön scheibchenweise! Für die Liberalen liegt die Vermutung liegt nahe, dass auch eine zehn Millionen-Kürzung nur von kurzer Dauer sein wird. Ihnen gehe es darum, so die Vertreter der beiden Kreisverbände, endlich Konzepte für den Erhalt der Theaterlandschaft nachhaltig zu beschließen - in Verbindung mit einer Verwaltungsstrukturreform und einer Gebietsreform. Es ist nicht nachvollziehbar, warum aus wahlpolitischen Aspekten dies alles erst 2009 oder später erfolgen soll.

23.08.2006 OTZ - Ostthüringer Zeitung / TA - Thüringer Allgemeine / TLZ - Thüringische Landeszeitung