An der Rente mit 67 scheiden sich die Geister - Diskussion mit Gewerkschaft und Parteien
Von OTZ-Redakteur Thomas Spanier Saalfeld. Zumindest in einem Punkt waren sich am Ende alle einig: Die Rente mit 67 ist keine Reform, sondern eine Rentenkürzung. Und zwar keine versteckte, "sondern eine ziemlich offene", wie der SPD-Kreisvorsitzende Robert Geheeb freimütig einräumte. Er hatte sich allerdings zuvor als einziger der Parteienvertreter deutlich hinter die Pläne der großen Koalition in Berlin gestellt, was gestern Abend bei den etwa 30 Zuhörern im Speisesaal der Saalfelder Südstadtschule wenig Beifall fand. Er habe mit 27 Jahren seinen ersten Arbeitsvertrag unterschrieben und es ohnehin schon schwer, auf 45 Beitragsjahre zu kommen, so Geheeb, der für eine differenzierte Betrachtung der Berufsgruppen warb.
Carola Stauche, CDU-Landtagsabgeordnete aus Rohrbach, wich der Gretchenfrage aus und erklärte, sie halte - ganz im Sinne ihres Ministerpräsidenten - das Bürgergeld für die bessere Lösung. Persönlich kenne sie viele ältere Arbeitnehmer, die höhere Leistungen brächten als so mancher Junge.

Weder Bürgergeld noch Rente mit 67, so das Credo des PDS-Sozialpolitikers Jürgen Kubicki. Wo wolle man denn ältere Arbeitnehmer einstellen, "wenn wir nicht mal für die Jungen Arbeit haben?" fragte der Nordthüringer. Er kenne kaum eine Krankenschwester über 50, die nicht kaputt sei.

Klar gegen das Heraufsetzen des Renteneintrittsalters sprach sich auch der FDP-Kreisvorsitzende Volker Weber aus, "weil damit nicht die Ursachen, sondern die Symptome bekämpft werden", so der Oberwellenborner in der von der Ostthüringer DGB-Chefin Renate Licht moderierten Runde.

15.12.2006 OTZ - Ostthüringer Zeitung