Dem Eigentümer droht Insolvenzverfahren
Lehesten (OTZ/TS). Die FDP sorgt sich um die Zukunft der KZ-Gedenkstätte "Laura" im Lehestener Ortsteil Schmiedebach. "Die letzte noch im Original erhaltene Massenunterkunft für Gefangene des Naziregimes in Thüringen muss einer breiten Öffentlichkeit erhalten bleiben", fordert der stellvertretende FDP-Kreisvorsitzende Eckhard Linke.
Hintergrund ist ein möglicher Besitzerwechsel. Die Immobilien im Fröhlichen Tal Schmiedebach wurden im Jahr 2000 von der Treuhandliegenschaftsgesellschaft privatisiert. Da sich laut Mitteilung der FDP inzwischen der Eigentümer der Gedenkstätte im Insolvenzverfahren befindet, will der Hauptgläubiger das Gelände verkaufen. "Die Liberalen stehen dem Verkauf an einen privaten Investor skeptisch gegenüber und fordern die Landrätin auf, schnellstmöglich alle Möglichkeiten zu prüfen, um die Gedenkstätte in ihrer jetzigen Form für zukünftige Generationen zu erhalten", heißt es. Die FDP werde in den nächsten Tagen intensive Gespräche mit allen Kreistagsfraktionen führen, um eine schnelle und gute Lösung der Problematik zu erreichen.

Wie das Landratsamt erklärte, hat das Amtsgericht Rudolstadt seit Anfang 2007 einen Zwangsverwalter für die Immobilien des Eigentümers eingesetzt, die Prüfung eines Privatinsolvenzverfahrens wird derzeit geprüft und läuft noch.

Für den Fall, dass ein Insolvenzverfahren eröffnet werden sollte, müsste der zuständige Fachausschuss prüfen, welche Möglichkeiten der Landkreis habe, zum Erhalt der Gedenkstätte beizutragen. "Die Gedenkstätte genießt ein besonderes Schutzbedürfnis", sagte der amtierende Landrat, Gerhard Günther (CDU).

19.04.2007 OTZ - Ostthüringer Zeitung