Eisenberg/Stadtroda. Zum Auftakt seiner diesjährigen Sommerreise war Uwe Barth am Montag, den 23.07.2012, im Saale-Holzland-Kreis zu Gast. Die ersten Glückwünsche des Tages gingen an den liberalen Fraktions- und Landesvorsitzenden, der seinen Geburtstag mit einem vollen Besuchsprogramm bei Unternehmen aus der Region beging. Die zweite Gratulation konnte der erste Beigeordnete des Landrates und FDP-Kreisvorsitzende Dr. Dietmar Möller im Bürofachhandel von Christian von Thaler (im Bild oben) vornehmen. Er überreichte dem Eisenberger Unternehmer das Zertifikat "1a-Fachhändler" der Zeitschrift "markt intern", das dieser zum wiederholten Mal für hervorragenden Service und Beratung entgegennehmen konnte. Obwohl man gerade einen großen Auftrag vom Landkreis für die Kopiererausstattung der Schulen gewonnen habe, sei das Thema Auftragsvergabe der öffentlichen Hand schwierig. Der wirtschaftlichste Anbieter müsse genommen werden, so die Vorgabe. "Immer billiger wird sich irgendwann rächen", befürchtet Dietmar Möller. Man sollte auch die Gewerbesteuern, die einheimische Unternehmen zahlen, mit einrechnen, schlug Unternehmer Christoph Wieduwilt vor. "Ich bewundere es, wie Sie Ihr Unternehmen in einem schwierigen Umfeld mehr als 20 Jahre erfolgreich am Markt halten konnten", wünschte Barth abschließend alles Gute für die Zukunft.
Das 40-jährige Jubiläum feiert die Hüttich GmbH in Hainspitz in diesem Jahr. Nach der Wende ist das Familienunternehmen in die Gegend gezogen aus der einst der Großvater stammte. Die Lage in der Nähe von zwei Autobahnen und in der Mitte Deutschland sei günstig, begründet Inhaber Markus Wille die Entscheidung. Viele Kunden kommen von weit her. Im Bereich Gasherde, sei man der Anbieter in Deutschland mit dem größten Angebot. An Samstagen öffne man nur auf Terminvereinbarung, was aber durchaus häufig der Fall sei. "Wir richten uns nach den Wünschen der Kunden." Kaufentscheidungen dieser Art würden in der Familie getroffen. Die Verkaufsgespräche übernehmen Wille und seine Frau weitgehend selbst. "Herzblut kann man nicht durch Dritte vermitteln", sagte Astrid Wille-Hüttich. Insgesamt 9 Mitarbeiter arbeiten im kaufmännischen Bereich und im Lager. "Der Lohn definiert sich von alleine. Wir sind bereit gute Löhne zu zahlen, wenn die fachliche Qualität stimmt", so Wille. Größtes Ärgernis ist für die Familienunternehmer auch die Bürokratie. Der Aufwand, den man zur Aufstellung von drei Fahnenmasten auf dem eigenen Grundstück betreiben müsse, sei unverhältnismäßig. Man soll diese Dinge vereinfachen, damit sich der Unternehmer auf das Wesentliche konzentrieren könne, so seine Forderung.
Nach einem Arbeitsessen mit Kommunalpolitikern, bei dem u.a. über das Thema Gebiets- und Verwaltungsreform diskutiert wurde, stattete Barth der Electronics GmbH Stadtroda einen Besuch ab. 58 Mitarbeiter beschäftigt das Unternehmen, das als Neugründung aus einer ehemaligen Genossenschaft entstanden ist. Zwei freie Samstage im Monat für die Mitarbeiter seien schon seit Jahren Praxis im Unternehmen. Auch der Mindestlohn sei kein Thema, sagt Geschäftsführer Günter Diete, weil der Tarifvertrag höhere Löhne vorsehe. "Wir wollen doch unsere Leute halten." Dagegen sieht Gewerbevereinsvorsitzender Torsten Kopp, der selbst ein Fotogeschäft in Stadtroda betreibt, Probleme mit der neuen Regelung der Ladenöffnung an Samstagen. "Wenn man das durch Hilfskräfte auffangen will, leidet der Fachhandel." Die mangelnde Ausbildungsreife von Lehrlingen sei außerdem ein großes Problem. Die Qualität der Schulausbildung habe nachgelassen. Die Abschaffung von Noten und von Sitzenbleiben, sei ein Irrweg. "Leistung muss bewertet werden", waren sich die Unternehmer mit FDP-Chef Barth einig.
Zum Abschluss besichtigte Barth mit dem Gewerbeverein und dem neugewählten Bürgermeister Klaus Hempel (Freie Wähler) die Innenstadt. Konzepte zur Wiederbelebung des Handels im Stadtzentrum waren auch ein wichtiges Thema im Kommunalwahlkampf. Die Bebauung des ehemaligen Marktplatzes inklusive der Schaffung von Parkplätzen soll schnellstmöglich realisiert werden. Derzeit ist an einem Montagnachmittag nicht viel los in der Innenstadt. Davon konnten sich die Mitarbeiter der Fraktion am Infostand neben der Lokalredaktion der OTZ überzeugen. Nur ein Dutzend Passanten, darunter der Lokalchef der Zeitung, kamen vorbei. "Die Einwohner rollen alle nur durch", stellt Patrick Frisch, der selbst aus der Region kommt, enttäuscht fest.