Im Zweifel für die Freiheit: Dirk Bergner

Dirk Bergner

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Kommunales/Innenpolitik

Die Feuerwehr mit ihren 30.000 Kameraden steht auch in Thüringen vor neuen Herausforderungen: Waldbrände werden zunehmen, Extremwetterereignisse ebenso. Hinzu kommt die Problematik der zu erwartenden Batterie-Brände im Zusammenhang mit Unfällen im Straßenverkehr, fördert die Bundesregierung doch derzeit extrem die Elektromobilität. Außerdem ist Thüringen ein Tunnel-Land. Einsätze in Tunneln für den Bahn- wie auch Autoverkehr stellen die Feuerwehren im Unglücksfall vor große Herausforderungen. Ebenso die ICE-Strecke. Das wurde während eines Gesprächs Dirk Bergners mit Experten in der Landesfeuerwehrschule in Bad Köstritz deutlich, an dem unter anderem Ministerialdirigent Andreas Horsch und der Referent für Gefahrenabwehr, Marc Stielow, seitens des Innenministeriums sowie der stellv. Schulleiter Jürgen Steinmüller.

Das Land sorgt vor, baut die Landesfeuerwehrschule aus und lässt nach Angaben des zuständigen Abteilungsleiters im Innenministerium, Andreas Horsch, aktuell Bedarfsgutachten und Machbarkeitsstudie erstellen. Damit soll der Ausbildungsbedarf analysiert und geklärt werden, was am Standort Bad Köstritz machbar ist - ob es genügt, die Landesfeuerwehrschule auszubauen, oder ob weitere Standorte der Feuerwehrausbildung geschaffen werden müssen. Erst wenn durch das Gutachten belegt sei, wie Feuerwehr-Ausbildung in Thüringen intensiviert und effektiver gestaltet werden kann, werde man handeln, so Horsch.

Unabhängig davon wolle Thüringen eine der modernsten Landesfeuerwehrschulen am Standort Bad Köstritz haben. Auch Alleinerziehende und Familien sollen die Möglichkeiten einer Ausbildung an der Einrichtung nutzen können. Deshalb wurde mit der Kommune über Möglichkeiten der Kinderbetreuung gesprochen. Die ab 1991 aus einer ehemaligen Schule für Zivilverteidigung in der DDR entwickelte Thüringer Landesfeuerwehrschule wird immer noch modernisiert. Aktuell soll die Elektrik im Unterkunftsgebäude erneuert werden.

Mit den Entwicklungen der Feuerwehr will auch die Landesfeuerwehrschule Schritt halten. Deshalb sind ständige Modernisierungen nötig - die Erweiterung und Verbesserung der Unterbringungsmöglichkeiten sei nur ein Aspekt. Auch die Ausbildungsangebote - in Theorie, Praxis und Menschenführung - müssten erweitert werden. Seit 2010 gibt es eine Brandsimulationsanlage in Bad Köstritz. 700 Leute müssen regelmäßig an Tunnelanlage ausgebildet werden. 90 Prozent aller Thüringer Feuerwehrleute sind Ehrenamtliche. Sie fahren durchschnittlich 30.000 Einsätze pro Jahr, darunter sind 5000 bis 6000 Brände, 20.000 Hilfeleistungen. In der Regel werden in Bad Köstritz pro Jahr 4000 Feuerwehrleute ausgebildet. Vom Tagesseminar bis zum 13 Wochen dauernden Seminar (nur für hauptamtliche Feuerwehrleute) sei alles im Angebot. "Je mehr wir im Hauptamt ausbilden, umso weniger Ehrenamtliche können wir ausbilden bedauert Jürgen Steinmüller.

In diesem Jahr werden weit weniger Feuerwehrleute eine Ausbildung absolvieren können durch die Corona bedingte Pause. Erst seit 4. Mai wird in Bad Köstritz wieder ausgebildet, allerdings wurde die Bettenbelegung vorerst halbiert.