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Kultur
Matthias Purdel vor dem Rohbau des Bauhausmuseums
Matthias Purdel vor dem Rohbau des Bauhausmuseums

FDP-Weimar sieht beim Bauhausmuseum die Katze aus dem Sack



"Einen Sarkophag hat wohl niemand in Weimar gewollt.", sagt Matthias Purdel, Kreisvorsitzender der FDP Weimar. Dabei meint Purdel nicht etwa irgendeine Grabstätte auf dem städtischen Friedhof, sondern die Betonfassade des Bauhausmuseums, die ihn an den Sarkophag in Tschernobyl erinnert. Obgleich die Liberalen von Anfang an den Neubau des Museums unterstützt haben fühlen sie sich damit derweil von allen Verantwortlichen hinters Licht geführt.
Auch der ehemalige Umweltminister Hartmut Sieckmann, der ein Gründervater des Vereins "Bauhaus.Weimar.Moderne. Die Kunstfreunde." ist und damit maßgeblich den Bau unterstützte und ermöglichte, kann es nicht fassen, wie hier die Bevölkerung hinters Licht geführt wird. Für ihn gab es einen klaren Sieger des Architektur-Wettbewerbes: Heike Hanada. Der Siegerentwurf war mit einem Wasserbecken und den dadurch möglichen Spiegelungen gekoppelt. "Jetzt bekommt Weimar wohl auch noch einen Flakbunker neben das ehemalige Gauforum gestellt?", hinterfragt Sieckmann und fügt hinzu: "Der Krieg ist doch seit über 70 Jahren vorbei." Schon um diese Vergleiche auszuräumen ist für die Liberalen in Weimar die Fertigstellung des Bauhausmuseums nur mit einer Glasfassade denkbar. Die Streichung des Wasserbeckens hätten die Liberalen noch hingenommen. Nun folgt aber noch die Glasfassade. Für Purdel erwecken diese Entwicklungen inzwischen mehr als nur den Eindruck, dass das Neue Bauhausmuseum von Anbeginn mit Betonfassade gewollt war. "Aus meiner Sicht wurde nun die Katze aus dem Sack gelassen. Das aufwendige Auswahlverfahren entpuppt sich als Farce, und nicht nur die Weimarer Bevölkerung sondern auch der Stadtrat, der Gestaltungsbeirat und selbst die Stadtspitze wurden getäuscht." Purdel fordert deshalb alle Verantwortlichen, insbesondere den Präsidenten der Klassikstiftung Weimar, Hellmut Seemann, auf, sich der Bedeutung Weimars bewusst zu werden und die Stadt nicht durch einen weiteren architektonischen Schandfleck der Lächerlichkeit in der Weltöffentlichkeit preiszugeben.
Aber auch die Stadtführung ist nunmehr gefragt, die auf die Einhaltung geltender Verträge und gemachter Zusagen bestehen muss. 
Auf einen weiteren Schandfleck am historischen Ort können zumindest die Liberalen in Weimar verzichten und fordern einen Museumsneubau, der auch die Moderne des Bauhauses widerspiegelt - mit einer Glasfassade!


Thüringer Allgemeine