FDP Weimar

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FDP-Dialog zum Wohnen in Weimar

Eine weitere Veranstaltung „FDP-Politik im Dialog“ fand am letzten Donnerstag wieder im Kirms-Krackow-Haus in Weimar zum Thema „Wohnen in Weimar“ statt. Eingangs stellten die Teilnehmer fest, dass die Nachfrage nach Wohnraum in Weimar hoch bleibt. Die Entwicklung der Bestandsmieten ist moderat. Wohnstätte und GWG bieten 80 Prozent ihrer Wohnungen bis 6 Euro/m² und darunter an. Ähnlich sieht es bei den privaten Vermietern aus, die im Haus & Grund Verein Weimar organisiert sind. Deutlich anders sieht es teilweise beim Neubau aus. Dort kommt es unter anderem durch Vorschriften und Auflagen zu Neubaupreisen, die eine Vermietung bis 12 Euro/m² erfordern. Denn unter Herstellungs- und Erhaltungskosten kann auf Dauer niemand vermieten.
Der Aufsichtsratsvorsitzende des Thüringer Handwerksbau, Volker Grosse, nannte ein Beispiel aus Sonneberg, wo am Ende sogar noch Tiefgargenstellplätze gefordert wurden. Hinzu kommt eine Steigerung der Handwerkerkosten von 40 Prozent in den letzten Jahren.
Allerdings führen auch teure Wohnungen, die immer noch vermietbar sind dazu, dass billigere Wohnungen frei werden. Das gleiche gelte für den Neubau von Wohneigentum und Eigenheimen. Eine Möglichkeit der Schaffung von Wohnraum sei dessen Förderung.
Auch sei zu bedenken, „dass die Nebenkosten, die fälschlicherweise oft als „zweite Miete“ bezeichnet werden, im Altbaubestand meist deutlich höher sind als im energetisch fortschrittlichen Neubau.“, so der Energieingenieur Robert Schwarz.


Eine Mietpreisbremse kann jedenfalls nicht die Lösung sein. Sie ist eine „Wohnungsbau-bremse“, so Rolf Menzel von Haus & Grund. Mit einer Mietpreisbremse wird nur ein Mangel schlecht verwaltet. Sie setzte denen, die bereit seien Wohnraum zu schaffen, das falsche Signal. Das Gegenteil ist notwendig - nämlich die Senkung von überzogenen Standards. Etwa, wenn sie im energetischen Bereich die Kosten treiben, aber kaum noch ein Mehr an Energieeinsparungen bringen. So hätten sich die Bau- und Brandschutzvorschriften in den letzten 30 Jahren auf ca. 20.000 vervierfacht.
Die Stadt habe es in der Hand die Planungsregularien in ihren Ortssatzzungen gering zu halten. Umnutzung von Bestandsimmobilien zu Wohnzwecken etwa dürfe nicht an wenigen fehlenden Zentimetern Raumhöhe scheitern. Gerade im historischen Bestand seien flexible, dem Einzelfall angemessene Lösungen gefragt. Neben den bereits begonnenen oder im Verfahren befindlichen Projekten wurde die Entwicklung des Wohnungsbaus im Merketal sowie hinter dem Lindenberg angemahnt. „Lasst uns den Wohnungsbau gestalten statt den Mangel zu verwalten“ fasste der FDP- Kreisvorsitzende Hagen Hultzsch die Beratung zusammen. Ausdrücklich bedankte er sich auch bei den vielen Hauseigentümern, die in ihrem persönlichen Bestand Wohnraum geschaffen haben und schaffen. „Da, wo man oft zusammen unter einem Dach ist, geht es um ein harmonisches Zusammenleben und vielleicht um eine kleine Unterstützung im Alter und nicht um Profit.“, so Hagen Hultzsch. Dieses Angebot noch mit der endgültigen Umlegung der Grundsteuer auf den Vermieter zu belasten, lehne er ab.
Die einzige Möglichkeit, die sozial schwächeren personengenau und realistisch zu unterstützen, bleibe das angemessene Wohngeld, so die Runde.