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Die Gebeseer und Straußfurter fordern endlich Aussagen zum Bau der lange geplanten Ortsumfahrungen der B 4. Ehe sich die Stadträte in den Urlaub verabschiedeten, fassten sie einen einhelligen Langsamkeits-Beschluss.

"Wir wollen auf der gesamten Strecke der B 4 durch die Stadt Tempo 30 einführen", so Bürgermeister Peter Liebe (FDP). Anders wüssten sich die Gebeseer kaum mehr zu helfen.Bei dem immer stärker werdenden Verkehr komme man in der durch die B 4 "geteilten" Stadt kaum mehr von einer Ecke zur anderen. "Wir wollen damit auch ein wenig Druck machen, dass die lange versprochene Ortsumfahrung endlich kommt", so der Bürgermeister.

Zudem, so unterstrich die Vorsitzende der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Gera-Aue, Ute Winkler, könne die Stadt Gebesee ohne Kenntnis über Verlauf und Bauzeit der Ortsumfahrung gar nicht weiter etwa für gewerbliche Entwicklung, Wohnbebauung etc. planen. Und dies behindere die Stadtentwicklung schon sehr.

Verkehrsminister Christian Carius (CDU) verspürte dagegen wohl einen Druck finanzieller Art und legte, wie unsere Zeitung berichtete, alle bereits geplanten und noch nicht begonnenen Ortsumfahrungen auf Eis. Für die Schleife um Gebesee solle der FDP-Landtagsabgeordnete Heinz Untermann nun mal etwas Druck machen, erhoffen sich die Gebeseer und legten ihm einen diesbezüglichen Brief auf den Schreibtisch.

"Ich kann die Anliegen der Gebeseer und der Straußfurter sehr gut verstehen", meint Heinz Untermann . "Schließlich geht ja alles in und aus Richtung Norden so lange wie die Autobahn A 71 noch nicht geschlossen ist, über die B 4 durch diese Orte." Den Brief aus Gebesee will der Landtagsabgeordnete zum Anlass für eine kleine Anfrage im Landtag nehmen. Allerdings würde man vielleicht auf eine Antwort rund sechs Wochen warten müssen.

In dieser Zeit schieben eventuell die Straußfurter ihrerseits einen Postverkehr nach. "Denn auch wir haben seit der Vermessung voriges Jahr nichts mehr von der Ortsumfahrung Straußfurt gehört", so Frank Deutsch, Vorsitzender der VG Straußfurt. "Wir werden beim Verkehrsminister, beim Straßenbauamt Mittelthüringen und bei der Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH, der Deges, nachfragen."

Die Deges betreut im Auftrag des Freistaates Thüringen die Planungen für die zwei mit je rund 20 Millionen Euro berechneten Umfahrungstraßen um Gebesee und Straußfurt. Ende 2010 wurden mit fast einem Jahr Verspätung mögliche Trassenführungen vermessen.

Unsere Zeitung wollte sich aus gegebenem Anlass nach dem jetzigen Sachstand der Planungen erkundigen und erhielt nach Tagen von der Leiterin Öffentlichkeitsarbeit der Deges, Etta Schulze, folgende Antwort auf mehrere Anfragen:

"Die ist Linienbestimmung für die OU Gebesee durch das BMVBS erfolgt. Die bestimmte Linie verläuft westlich der Stadt Gebesee und müsste der Redaktion bekannt sein. Aufgrund neuer Vorgaben des jüngst beschlossenen Thüringer Finanzhaushalts wird die Realisierung, d. h. die Wichtung zahlreicher Straßenbauvorhaben, in Thüringen derzeit überprüft. Dazu gehört auch die weitere Planung der B 4 zwischen Sondershausen und Erfurt, wozu die OU Gebesee zählt."

Nun haben wir beim Vermessungsbüro zwar tatsächlich die etwaige Linienführung von Erfurt kommend an der Erdbeerhütte zwischen Gebesee-Süd und der Siedlung hinten herum und beim Frauenbegegnungszentrum wieder auf die B 4 herausbekommen. Um Straußfurt soll es östlich zwischen Vehra und Werningshausen und am Kirschberg vorbei über die B 86 und hinter dem Bahnübergang wieder auf die B 4 gehen.

Aber ob und wann die Umfahrungen nun tatsächlich gebaut werden, wird eigentlich immer unklarer als noch vor Jahren. Wenn sich nicht bald etwas tun sollte, will Gebesee jedenfalls die gerade beschlossene Tempo-30-Zone unbedingt durchdrücken.

Ich verstehe die Gebeseer. Die Umfahrung ist notwendig." Heinz Untermann , Mitglied im Thüringer Landtag

Thüringer Allgemeine