Aufarbeitung ohne Beteiligung der Opferverbände unmöglich

Die FDP-Fraktion im Thüringer Landtag forderte heute im Sozialausschuss erneut die SED-Opferverbände am runden Tisch gegen Kindesmissbrauch und Misshandlungen zu beteiligen. Zudem sollen Historiker den Aufarbeitungsprozess wissenschaftlich begleiten. "Eine Aufarbeitung der Geschichte der DDR-Kinderheime ohne Beteiligung der Opfer ist nicht sinnvoll", sagte Marian Koppe, sozialpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion im Thüringer Landtag. Es sei gut und richtig, dass sich Ministerin Taubert der Problematik annehme, allerdings müsse man die Arbeitsweise des runden Tisches in seiner jetzigen Form hinterfragen.

"Im Osten muss der Fokus der Aufarbeitung naturgemäß die repressive politische Komponente des DDR-Systems berücksichtigen", so Koppe weiter. Ziel des DDR-Erziehungswesens sei die sozialistische Persönlichkeit gewesen. Wer diesem Ideal nicht entsprach fand sich als Kind und Jugendlicher in Spezialheimen und Jugendwerkhöfen wieder. "Wer nicht spurte wurde mit Kollektivmaßnahmen gebrochen, worunter viele Betroffene noch heute leiden", führt Koppe weiter aus

Um den Aufarbeitungs- und Heilungsprozess einzuleiten hat die FDP-Fraktion einen Antrag zum Umgang mit der Geschichte der DDR-Kinderheime in den Landtag eingebracht. ( http://www.parldok.thueringen.de/parldok/default2.htm ) Erstes Ziel sei eine gemeinsame Erklärung aller Fraktionen, dass Leid der Kinder vor allem in den DDR-Spezialheimen und Jugendwerkhöfen anzuerkennen. "Wir wollen ein Zeichen an die Betroffenen senden, dass sie nicht vergessen sind. Ein Anerkennen von Leid, eine Entschuldigung bei den Opfern geht jedem Prozess voraus, der Wunden heilen soll." so Koppe abschließend.

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