Koppe: "Opfer nicht in einen Topf werfen"

"Es kann nicht sein, dass wir als FDP-Fraktion mit viel Mühe endlich die Anerkennung des Unrechtes in DDR-Kinderheimen im Thüringer Landtag erreicht haben, und sie nun doch wieder mit den Opfern sexuellen Missbrauchs in bundesdeutschen Heimen in einen Topf geworfen werden sollen," kommentiert der sozialpolitisches Sprecher der FDP-Landtagsfraktion Marian Koppe Medienberichte.



Die Leiterin des "Runden Tisches Heimerziehung" auf Bundesebene, Antje Vollmer (Grüne), hatte vorgeschlagen, dass sich alle Bundesländer mit einem Drittel an den Ausgleichszahlungen für die Opfer von Misshandlungen in Kinderheimen-West beteiligen sollen. Damit würde Thüringen für die Verfehlungen in westdeutschen Heimen zahlen, ohne das in entsprechendem Maße die Systemopfer in DDR-Heimen entschädigt würden. Dies sei unredlich, sagt Koppe. "Unrecht und Gewalt wurden Kindern auf beiden Seiten der Mauer angetan, dessen sind wir uns bewusst". Dieses Unrecht müsse nun in einem einigen Deutschland endlich gesühnt werden. Dazu aber sei es nötig, dass das Unrecht, welches vielen Kindern in den DDR-Jugendwerkhöfen und -heimen zugefügt wurde, als politisch motiviert anerkannt werde. Hier sei Ministerin Taubert auch in der bundesdeutschen Debatte gefragt. "Frau Taubert muss sich als Landesministerin dafür einsetzen, dass die Opfer der DDR-Heime auch explizit als solche anerkannt werden." Es könne nicht angehen, diese Menschen mit den Opfern von Misshandlungen oder sexuellem Missbrauch in einen Topf geworfen werden. "Selbstverständlich gab es viele Formen der Gewalt gegen Kinder in beiden Staaten." Es sei aber ein Unterschied, ob dies individuelle Übergriffe Einzelner oder aber politisches Programm war. "Ändert sich nichts, wird hier den Opfern aufs Neue Unrecht angetan", so Koppe abschließend.