Gesundheitspolitik

"Mit vernünftiger Prävention ließen sich im Gesundheitssystem Millionen sparen", ist der FDP-Gesundheitsexperte Marian Koppe überzeugt. Auf Einladung von Prof. Dr. Roswitha Heinrich-Weltzien und Prof. Dr. Harald Küpper hat er jetzt ein Praktikum an der Poliklinik für Präventive Zahnheilkunde und Kinderzahnheilkunde am Zentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde am Universitätsklinikum Jena absolviert.

"Es ist gerade als Politiker wichtig, regelmäßig in den Alltag anderer Berufsgruppen hinein zu schauen. Nur so kann man deren Sorgen und Nöte verstehen. Das ist unabdingbar, wenn man Politik für die Menschen machen will", erläutert der FDP-Parlamentarier den Hintergrund seiner regelmäßigen Praktika. Eines der Ergebnisse aus seinem Praktikum ist, dass es im Bereich Prävention in der Zahnmedizin noch große Reserven gibt. Aus dem Gespräch mit dem Direktor des Zentrums für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Prof. Dr. Küpper, konnte Koppe die Hintergründe der Diskussion um eine neue Approbationsordnung für Zahnärzte (AOZ) mitnehmen. "Die derzeitige stammt aus dem Jahr 1955 und ist gemessen an dem, was heutige Absolventen beherrschen müssen, längst nicht mehr zeitgemäß" informierte Küpper.

So sei es zum Beispiel sinnvoll, Mundhygienemaßnahmen als Grundleistungen in den Pflegekatalog aufzunehmen: "Eine professionelle Zahnreinigung (PZR) verschafft nicht nur ein schönes Lächeln. Sie entfernt vor allem Zahnstein und damit die Grundlage für weitere Zahnerkrankungen deren Behandlung um ein Vielfaches teurer wäre", sagt Koppe.

Mit der Prävention könne man nicht früh genug anfangen, weiß Koppe, der selbst Vater ist, aus Erfahrung. "Viele Eltern vernachlässigen die Prävention, weil sie glauben es ginge "nur" um die Milchzähne. Die Kinder tragen dann ein Leben lang an den Schäden. Oder sie müssen auf Kosten der Kassen - und damit aller Beitragszahler behandelt werden", so Koppe. Prof. Dr. Heinrich-Weltzien klärte Koppe auf, dass Fehlstellungen und Kieferschäden schon in der Wachstumsphase verhältnismäßig leicht und nachhaltig zu behandeln seien. Schon in der Jugend werde dies schwerer. Das seien nicht nur leicht vermeidbare Kosten, sondern vor allem ein Mehr an Lebensqualität. "Denn kein Jugendlicher trägt gern eine Zahnspange", erinnert Koppe. Deswegen plädiert er dafür zu prüfen, ob die Vorsorgeuntersuchungen verpflichtend sein können. "Wer der Verpflichtung zur Vorsorge nicht nachkommt, dem könnte man die Kostenübernahme durch die Krankenkassen kürzen - den für die Folgen zahlen alle Beitragszahler.", sagte Koppe.

Insgesamt könne er nach seinem Praktikum ein positives Fazit ziehen: "Ich konnte viele Einblicke gewinnen, die mir bei meiner weiteren politischen Arbeit sehr nützlich sein werden", so Koppe abschließend.