In einer ersten Reaktion auf das Wahlergebnis gegenüber der OTZ sprach Manfred Brückner von Wahlbetrug bzw. Wählertäuschung. Ist das die von ihm vor der Wahl angekündigte konstruktive Mitarbeit der CDU im Stadtrat von Pößneck? Hat er vergessen, das Michael Roolant, der bei den letzten Bürgermeisterwahlen grandios unterlag, diese Möglichkeit, seiner Partei zu helfen, zuvor auch nutzte? Jedenfalls aus diesem Wahlkampf 1999 gibt es keine verbürgte Äußerung von Manfred Brückner, dass er dies für Wählertäuschung erachte.
Abgesehen davon, dass die CDU sich selbst demontierte und dafür nun die Quittung an der Wahlurne erhielt, sollten Politiker aller Ebenen sich davor hüten, den Wähler, also den Souverän, für dumm zu halten und dies auch noch zu äußern.
Jeder Wähler, der Michael Modde seine Stimme gab, wusste was er tat: Er zeigte Michael Modde eine Zwischenbilanz auf und unterstützte bewusst die FDP/Freien Wähler in Pößneck, die Fraktion, der Michael Modde angehört.
Nicht der Wähler wurde getäuscht, sondern Manfred Brückner täuscht sich selbst, wenn er dem Wähler unterstellt, nicht zu wissen, warum er seine Stimme einem Bewerber gibt. Hoffen wir, dass Brückner nach dem Lecken der Wunden, die das Ergebnis schlug, selbst zur Sacharbeit zurück kehrt und seine Fraktionsmitglieder erfolgreich zur Sacharbeit anhalten kann.