News - Archiv: März 2026

04Mär
 



Die durch den MDR-Bericht vom 02.03.2026 erneut zutage getretene ungelöste Sportstättensituation für das Bowteam Nordhausen e.V. wirft ein denkbar schlechtes Licht auf die zuständigen Behörden, sowohl und vor allem in der Stadtverwaltung als auch im Landratsamt.
Ein Sportverein aus Nordhausen, der seit Jahren Spitzenleistungen auf nationalem Niveau sowohl im Erwachsenen- als auch und vor allem im Nachwuchsbereich abliefert, wird hier sträflich im Stich gelassen. Nun ist Nordhausen nicht so reich gesegnet mit Sportvereinen, die auf nationalem Niveau Erfolge einfahren und man sollte meinen, dass gerade solche die Unterstützung seitens der Kommunen erhalten müssten. Meiner Meinung nach gar nicht so sehr finanzieller Art - wohl aber in der Bereitstellung der notwendigen Infrastruktur. Das sollte die Kernaufgabe der kommunalen Sportförderung sein.
Der seit mehr als einem Jahr im Stadtrat und in den zuständigen Ausschüssen diskutierte Vorgang um den Verkauf der Sportanlage am Altentor/Rothleimmühle an das Jugendsozialwerk zur Errichtung eines Mehrgenrationen-Campus hat nun schlussendlich genau dazu geführt, wovor ich in der Sitzung des Ausschusses Generationen, Bildung und Sport bereits am 01. April 2025 gewarnt habe: das Bowteam Nordhausen wird nach einem Verkauf des Geländes ohne Trainingsstätte dastehen. In der Ausschusssitzung im Juni 2025 wurde das Thema erneut diskutiert und in der Folge von mehreren Fraktionen/Gruppen (Grüne, Linke, SPD,FDP) die Schaffung eines adäquaten Ersatzgeländes für das Bowteam und den Kinderzirkus Zappelini als Voraussetzng für den Verkauf angemahnt.
Dass nun ausgerechnet die AfD sich für den Sportverein in die Bresche wirft, ist vorsichtig ausgedrückt mehr als verwunderlich und eher eine Verdrehung der Tatsachen. Deren Ausschussmitglieder waren es, die sich in den öffentlichen Sitzungen mehrfach vehement für den Verkauf der intakten Sportstätte ausgesprochen haben, ohne die Folgen für die betroffenen Vereine zu berücksichtigen.
Nach dem in nichtöffentlicher Stadtratssitzung (sehr zu meinem Bedauern) beschlossenen Verkauf an das Jugendsozialwerk waren es auch nicht die Mitglieder der AfD, die sich in der Folge um Ersatzgelände für die beiden Vereine eingesetzt haben. Vielmehr waren es alle anderen im Stadtrat vertretenen Fraktionen/Gruppen, die zusammen mit dem Jugendsozialwerk Vorschläge erarbeitet und der Stadtverwaltung vorgelegt haben. Eine Arbeit, die nach meinem Verständnis eigentlich vonseiten der Stadtverwaltung hätte erfolgen müssen - Stichwort "Förderung des Sports" ...
Dass das Bowteam Nordhausen aktuell mit leeren Händen dasteht, ist ein trauriges Beispiel für ausufernde Bürokratie, sich gegenseitig zuschiebende Verantwortlichkeiten der Behörden und, das muss man so sagen, fehlendes Engagement seitens der Kommune für einen Verein, der überregional positive Imagearbeit für unsere Stadt leistet. In Zeiten von zunehmender körperlicher Inaktivität unserer Kinder sowie Bevölkerungsschwund wird hier ein verheerendes Signal ausgesandt.
Es bleibt zu hoffen und zu fordern, dass die zuständigen Behörden sowohl in der Stadtverwaltung als auch im Landratsamt jetzt zusammen eine schnelle Lösung für das Bowteam Nordhausen finden. Die Sommersaison steht vor der Tür !

Ulrich Konschak
FDP Nordhausen
Mitglied im Stadtrat Nordhausen sowie Ausschuss für Generationen, Bildung und Sport