PRESSE AKTUELL - TLZ 05.09.08

ERFURT. (tlz/mar) Im Billiglohnland Thüringen zeigt sich nach Meinung der FDP die ganze Ungerechtigkeit des Steuersystems. "Der Staat hat Geld wie Heu und holt es sich bereits bei Einkommensgruppen, die keineswegs als hoch eingestuft werden können", sagt FDP-Generalsekretär Patrick Kurth. Und für den Chef des Liberalen Mittelstandes, Thomas L. Kemmerich, ist klar: "Die Grenze der Umverteilung ist erreicht." Beide beziehen sich auf Zahlen des Statistischen Landesamtes. Danach stammt ein Großteil der Lohn- und Einkommenssteuer in Thüringen von nur knapp 18 Prozent der Steuerpflichtigen. Auf sie entfallen fast 70 Prozent dieses Steueraufkommens von insgesamt 2,7 Milliarden Euro. Hierzulande tragen schon Jahreseinkommen ab 30 000 Euro die Hauptsteuerlast, bemängelt die FDP. Das seien aber keineswegs Spitzenverdiener. Die mittleren Einkommen würden zu stark belastet. Thomas Kemmerich spricht von der "schrumpfenden Mitte". Kemmerichs Fazit: "Umverteilung löst das Problem nicht." Gerade die mittleren Einkommen litten unter der hohen Steuerlast und den hohen Grundversorgungspreisen bei Müll, Wasser, Gas, Strom oder Kraftstoff. Steuerliche Entlastungen sind nach Meinung der Liberalen dringend erforderlich.

05.09.2008 Thüringische Landeszeitung